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1770 verlässt die vierzehnjährige Erzherzogin Marie Antoinette, Tochter Maria Theresias, Wien, um den französischen Thronfolger zu heiraten. Am Hof von Versailles bleibt sie lange die fremde Österreicherin, gefangen in einer Welt aus Etikette, dynastischem Erwartungsdruck und wachsendem Misstrauen. Die jahrelange Kinderlosigkeit belastet ihre Stellung, während ihr der Spottname „Madame Déficit" angeheftet wird und die Halsbandaffäre ihren Ruf weiter zerstört, obwohl sie an dem Betrug nicht beteiligt war.
Dieses Buch zeigt, wie aus der unsicheren Dauphine eine Königin wurde, der schließlich nahezu alle Verfehlungen des Ancien Régime zugeschrieben wurden. Selbst der berühmte Ausspruch, das hungernde Volk solle Kuchen essen, stammt nachweislich nicht von ihr. Es erzählt von der Revolution, der gescheiterten Flucht nach Varennes, der Gefangenschaft, dem Prozess und ihrer Hinrichtung im Jahr 1793.
Quellenkritisch und differenziert zeichnet das Buch weder die frivole Schuldige der zeitgenössischen Pamphlete noch die makellose Märtyrerin späterer Verehrung. Anders als Stefan Zweigs berühmte Deutung nähert es sich Marie Antoinette als historischer Person: einer Frau zwischen höfischen Zwängen, politischen Fehleinschätzungen, persönlicher Tragik und einer Legende, die ihr Leben bis heute überlagert.
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