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Arbeit war schon immer mit der Anforderung verbunden, sich aktiv zu vernetzen; zugleich wurde Vernetzung in der Forschung kaum als eigenständige Form des Arbeitens behandelt. Sich in der Arbeit zu vernetzen, wurde als etwas Selbstverständliches begriffen, das informell zu leisten und Teil eines unreflektiert vorausgesetzten organisationalen Arbeitsvermögens ist. Mit der Durchdringung der Arbeit mit digitalen Technologien - von E-Mail-Programmen, Online-Kalendern und ERP-Systemen zu cyber-physischen Systemen (CPS) - bricht die Latenz des Vernetzungserfordernisses jedoch auf: Digitale Vernetzung wird als neues Merkmal von Arbeit mit spezifischen, in besonderer Weise auch belastenden Anforderungen immer offensichtlicher und steht mittlerweile im Zentrum unterschiedlichster Tätigkeiten in Produktion und Dienstleistung. Dieser Wandel lässt sich in zweierlei Hinsicht beobachten: Quantitativ nimmt Vernetzung mit Hilfe digitaler Technologien über Hierarchieebenen, Qualifikationsstufen, Organisationseinheiten und Arbeitsbereiche hinweg zu. Qualitativ verändern digitale Technologien die Art und Weise des Vernetzens, indem sie zu einem integralen Bestandteil der Vernetzungsarbeit selbst werden. Im BMBF-geförderten Projekt "Arbeit oberhalb der mentalen Dauerbelastungsgrenze: Leistungsregulierung bei qualifizierter digital vernetzter Arbeit" (LedivA) wurden in drei Unternehmen aus den Bereichen Produktion und Dienstleistung arbeitssoziologische, -psychologische und -medizinische Erhebungen durchgeführt und Gestaltungsmaßnahmen erprobt. Der Sammelband vereint die Befunde und Perspektiven zum Phänomen der digital vernetzten Arbeit. Im Vordergrund stehen konzeptionelle Überlegungen zur Digitalisierung vernetzter Arbeit, empirische Befunde zu den mentalen Anforderungen und Belastungen, die mit diesem neuen Arbeitstypus einhergehen und Interventionsmöglichkeiten, die verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen umfassen.